Faszination PIM-System: Akeneo im Interview mit Trilix

Trilix ist Akeneo Bronze-Partner. Grund genug, mehr über Akeneos PIM-System zu erfahren! Seit fünf Jahren existiert Akeneo bereits und ist mittlerweile mit 40.000 Implementierungen in mehr als 165 Ländern vom kleinen französischen Startup zu einem der internationalen Big Player unter den PIM-Anbietern avanciert. Tobias Schlotter, General Manager von Akeneo, Verantwortlicher für die DACH-Region, hat uns verraten, was er an PIM-Systemen spannend findet, warum Akeneo so einzigartig ist und worauf sich die Nutzer dieses Jahr noch freuen dürfen.

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Trilix: Hallo Tobias. Beschreibe uns doch zunächst einmal bitte deine Rolle und deine täglichen Aufgaben bzw. Herausforderungen bei Akeneo.
Tobias Schlotter: “Ich bin seit Ende 2015 für Akeneo tätig, arbeite mit Akeneo aber schon seit mehr als drei Jahren. Meine Aufgaben umfassen so ziemlich alles, was täglich anfällt. Als One-Man-Show gestartet, die große lilafarbene Akeneofahne vor mir hertragend, habe ich mittlerweile ein fünfköpfiges Team aufgebaut, das kontinuierlich wächst, und wir sind auch stetig auf der Suche nach weiteren begeisterten und begeisternden Menschen.”
Trilix: Was fasziniert dich an PIM-Systemen?
Tobias Schlotter: “An PIM-Systemen fasziniert mich, dass es ein Tool ist, dass Unternehmen dabei hilft, erfolgreicher zu werden. Es fasziniert mich, dass kein integriertes PIM dem anderen gleicht. Die Anforderungen sind von Unternehmen zu Unternehmen und von Branche zu Branche eben sehr unterschiedlich. Und es fasziniert mich, dass es eine Technologie ist, die es schon seit über 15 Jahren gibt, aber immer noch nicht wirklich überall bekannt oder vorhanden ist.
Trilix: Kannst du uns sagen, welchen prozentualen Anteil Akeneo auf dem PIM-Anbieter-Markt hat?
Tobias Schlotter: “Das ist eine sehr schwierige Frage, weil der PIM-Markt riesig ist. Wir haben ganz viele Mitbewunderer, vor allem in den deutschsprachigen Ländern. Hier einen prozentualen Anteil zu definieren, ist fast unmöglich. Was ich aber sagen kann, ist, dass wir unglaublich erfolgreich gestartet sind, dank einer tollen Software und dank eines tollen Partnernetzwerkes, zu dem auch ihr gehört. Das Thema PIM erlebt gerade generell einen neuen Hype, was meinetwegen gerne so munter weitergehen darf.”
Trilix: Wie viele Entwickler arbeiten derzeit bei euch im Akeneo Core Team?
Tobias Schlotter: “Mittlerweile sind wir insgesamt über 80 Leute bei Akeneo und das an drei Standorten in Frankreich, Deutschland und Amerika. Von diesen 80 Mitarbeitern sind aktuell knapp 20 im Produktmanagement beschäftigt und zum Ende des Jahres werden wir das auch noch aufstocken auf knapp 60 Leute, die im Akeneo Core Team arbeiten und zuarbeiten. Dazu zählen wir dann auch unsere Productowner und Productmanager. Akeneo wird Ende 2017 rund 140 Mitarbeiter haben. Zum Vergleich: Als ich vor knapp eineinhalb Jahren bei Akeneo einstieg, waren es knapp 50!”
Trilix: Seit der Firmengründung 2013 ist Akeneo rasant gewachsen. Was macht den beeindruckenden Firmenerfolg aus, und hast du ein Erfolgsrezept, mit dem du die Kunden gewinnst?
Tobias Schlotter: “Ich glaube, unser Erfolgsrezept ist vor allen Dingen, dass wir uns aus dem Selbstverständnis her als das Enterprise-PIM des Marketers verstehen – komplett durch das gesamte Team hindurch. Es gibt, wie gesagt, sehr viele, sehr gute PIM-Systeme auf dem Markt, aber es gibt nur sehr wenige, die sich wirklich auf die Zielgruppe der Nutzer fokussieren. Es gibt außerdem so gut wie nichts Enterprise-taugliches im Open-Source-Bereich, was auch ein Baustein des Erfolgsrezeptes ist. Hinzu kommen Usability und Skalierbarkeit. Wir haben Kunden, die organisieren über 20 Millionen Produkte im Akeneo-PIM. Das kann auch nicht jedes System leisten. Die Kernzutat unseres Erfolgsrezeptes und unseres Erfolges generell sind aber ganz klar unsere Partner.”
Trilix: Akeneo PIM gibt es ja in einer Open Source Community - sowie in der Enterprise-Edition. Wie ist die Verteilung der Implementierungen beider Editionen?
Tobias Schlotter: “Grundsätzlich muss man dazu erstmal wissen, dass Akeneo noch sehr jung ist, 2013 gegründet. Seitdem gibt es die Community-Edition, die kostenfreie kleine PIM-Version. Erst seit ein wenig mehr als zwei Jahren ist unsere Enterprise-Edition verfügbar. Insgesamt gibt es, Stand heute, über 40.000 aktive Installationen unserer Community-Edition. Das ist eine sehr beeindruckende Zahl für so ein junges Software-Startup, das nicht in Amerika gegründet wurde. In der Enterprise-Edition haben wir in den letzten zweieinhalb Jahren tatsächlich über 150 Kunden in allen Größenordnungen gewinnen können. Dazu gehören wirklich ganz große Companys wie Samsung, John Deere oder Universal Music, aber auch spannende Online-Pure-Player, wie Outfitter, wie Stylebob oder wie Tierarzt24.”
Trilix: Aus deiner Erfahrung mit beiden Nutzergruppen, was wird deiner Meinung nach von den Nutzern am meisten geschätzt und am meisten kritisiert oder vermisst?
Tobias Schlotter: “Am meisten geschätzt wird sicherlich unser tolles Interface. Das UI, was wir haben, ist einfach und intuitiv bedienbar. Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wann mich jemand das letzte Mal gefragt hat, ob es überhaupt auch ein Handbuch zu unserer Software gibt. Das ist natürlich ein Riesenkompliment, was ich auch immer wieder gerne an unser Produktteam weitergebe. Danach kommt sicherlich das Thema Open Source mit der Flexibilität und Skalierbarkeit, die unser System auszeichnen.”
Trilix: Ein PIM-System allein führt ja noch nicht zu Produktverkäufen. Für wie wichtig hältst du die Kollaboration von Akeneo mit E-Commerce-Serviceanbietern wie Trilix?
Tobias Schlotter: “Diese Zusammenarbeit ist bislang der Grund für unseren Erfolg, unseren gemeinsamen Erfolg. Und sie ist natürlich der Kern für die weitere Zukunft! Also ein PIM-System, da stimme ich zu, ist nicht der Nabel der Welt, aber es ist durchaus ein wichtiges System innerhalb der Systemlandschaft eines wachstumsorientierten Unternehmens. E-Commerce allein würde ich dort aber auch nicht sehen. Wir bewegen uns ja heute in dieser großen Anforderung des Omni- und Multichannel-Marketing, und da ist es eben einfach superwichtig, ein zentrales System - die “single source of truth” - für die Produktinformationen zu haben. E-Commerce-Anbieter wie Trilix, sind dabei absolut unerlässlich. Ihr seid ja diejenigen, die mit den Firmen und Unternehmen sprechen und sie entsprechend darauf hinweisen, dass vielleicht einfach nur ein PIM in ihrer E-Commerce-Strategie fehlt. Das ist eine originäre Situation, in der wir als Systemanbieter flächendeckend nie sein werden. Deshalb ein ganz klares Bekenntnis zum Partnernetzwerk!”
Trilix: Im Akeneo-PIM kann man verschiedene Sprachen freischalten. Was kannst du mir über die Qualität der automatischen Übersetzung in Akeneo von solch domänenspezifischen Texten wie Produktbeschreibungen sagen?
Tobias Schlotter: “Grundsätzlich muss man hier jetzt zwei Dinge unterscheiden. Zum einen ist Akeneo als Oberfläche in verschiedenen Sprachen erhältlich und zum anderen bietet Akeneo viele Sprachen für den Produktinhalt an. Man kann in Akeneo über 210 sogenannte Locales freischalten. Dabei wird immer zwischen einer Sprach-Land-Kombination unterschieden. So gibt es zum Beispiel Deutschland-Deutsch, Schweiz-Deutsch und Österreich-Deutsch. Und das kann jeder freischalten wie er das möchte. Wir haben Kunden, die arbeiten nur mit drei Locales. Wir haben aber auch Kunden, die durchaus zwanzig Locales aktiviert haben. Eine automatische Übersetzung von Produkttexten in dem Sinne gibt es jedoch nicht. Der Übersetzungs-Workflow funktioniert entweder manuell oder über einen unserer existierenden Technologiepartner, wie zum Beispiel translation.com oder Textmaster.com, die entsprechende Übersetzungsdienstleistungen mit Muttersprachlern anbieten.”
Trilix: Ist eine automatische Übersetzung von Produkttexten, beispielsweise durch eine Google Translate-Integration, denkbar oder bereits in Planung?
Tobias Schlotter:Nein, eine automatische Übersetzung durch z.B. Google Translate werden wir nicht anbieten. Denn das wäre hinsichtlich der Qualität der Produkttexte eine Katastrophe. Es gibt zwar ein Paar Kunden, deren Implementierungspartner das für sie eingebaut haben, aber der Content, der dadurch erzeugt wird, erzeugt bei mir immer Gänsehaut. Und denselben Effekt werden die Kunden verspüren. Bei der Integration von beispielsweise Google Translate wäre ich daher sehr vorsichtig, weil dies komplett den Ansprüchen von Premium Quality und Premium Content widerspricht. Aus unserer Sicht sind automatische Übersetzungen bei weitem noch nicht in dem Standard vorhanden, als dass wir das unseren Kunden guten Gewissens als veröffentlichbaren Content empfehlen würden.”
Trilix: Zu Zeiten steigender Produktvielfalt und immer kürzeren Produktreleases stellt die Aufgabe, Produkte zu beschreiben einen hohen Zeitaufwand und somit auch einen entscheidenden Kostenfaktor für Händler dar. Glaubst du, dass PIM-Systeme zukünftig auch integrierte NLP-Tool-Services, wie Rechtschreibüberprüfung oder gar automatic content generation anbieten werden? Da alle Produktinformationen schon strukturiert im PIM-System angelegt sind, würden sich solche Tools doch anbieten?
Tobias Schlotter:Rechtschreibüberprüfung funktioniert heute schonüber die Browserintegration. Da Akeneo eine Browseranwendung ist, funktioniert das hier genauso wie in jedem E-Mail-Programm, bei dem einfach die Rechtschreibprüfung des Systems eingreift. Das andere Thema, automatic content generation, steht bei uns in den Labs auf der Roadmap. Gerade wird sehr intensiv daran gearbeitet, herauszufinden inwieweit man dem Kunden helfen kann, noch effizienter Daten zu generieren, Daten zu qualifizieren und dann eben auch Produkte zu kategorisieren. In der Zukunft wird es von unserer oder vielleicht auch von Partnerseite sicherlich Neuerungen geben.”
Trilix: In einigen Produktbereichen, wie zum Beispiel Tablets und Smartphones, sind präzise und umfangreiche Produktinformationen bereits im Internet vorhanden. Wie stehst du zu der Möglichkeit, solche Informationen direkt von den Herstellerwebseiten in Akeneo zu importieren und somit Produktinformationen noch genauer und schneller zu erstellen?
Tobias Schlotter: “Das ist quasi unser täglich Brot. Es gibt auf unserem Marketplace sogar schon fertige Konnektoren zu CNET und zu IceCat, zwei der größten Datenlieferanten für Produktinformation in Europa. Außerdem laufen auch noch weitere Gespräche mit anderen Anbietern von Produktinformationen. Man kann sich also die Daten, die man zu einem entsprechenden Produkt braucht, bereits heute schon relativ einfach holen.”
Trilix: Im September kommt die neue Serenity Cloud-Edition von Akeneo raus. Welche neuen Features wird diese Edition auszeichnen und für welche Nutzer ist sie gedacht?
Tobias Schlotter: “Es wird ganz viel tolles Neues mit dem Release der Serenity-Version geben, worauf ich im Detail aber noch gar nicht antworten darf. Wir halten das gerne noch ein bisschen spannend. Was ich aber schon sagen kann, ist, dass es sich auf jeden Fall lohnt, auf die dmexco im September in Köln zu kommen und uns an unserem Stand zu besuchen. Dort werden wir zwei Wochen vor dem offiziellen Release bereits einen ersten Blick auf unsere nächste Version geben können. Und ich kann eines Versprechen: Es lohnt sich, auf einen Cocktail vorbei zu schauen! Es gibt neue Features und spannende Neuerungen für die Endnutzer. Die neue Version ist der Knaller!”
Trilix: Welche Akeneoimplementation findest du persönlich am interessantesten?
Tobias Schlotter: “Jedes Projekt ist anders und hat andere Anforderungen. Da jetzt zu sagen: “Das ist das spannendste oder das interessanteste.” ist eine ganz schwere Frage. Aber wenn ich mir die letzten sechs Monate anschaue, dann habe ich vielleicht zwei Favoriten, die ich besonders spannend finde in Bezug auf die Anforderungen und der Company an sich. Darunter ist sicherlich einmal siroop in der Schweiz, ein sehr gehypter Online-Marktplatz, zu nennen. Da sitzen ganz tolle Jungs und Mädels, die ein großartiges Projekt auf die Beine stellen und bei dem das Akeneo PIM eine richtig schöne Challenge hat und auch einen strategisch sehr wichtigen Teil in der Business-Strategie einnimmt. Das zweite “Lieblingsprojekt” ist das Projekt Polo Motorrad und Sportswear. Daran finde ich vor allem spannend, dass sich hier drei Länder, Frankreich, Deutschland und Großbritannien, jeweils mit ihren Produktportfolios vereinen. Das PIM stellt dabei den Startschuss für diese neue Unternehmensstruktur dar. Auch hier sind tolle Menschen im Projekt, die sich den Herausforderungen stellen und hochmotiviert sind. Da macht es natürlich Spaß zu sehen, wie es voran geht. Polo wird außerdem auch auf der dmexco auf der Bühne stehen und über das Projekt berichten.”
Trilix: Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von PIM-Systemen. Was unterscheidet deiner Meinung nach Akeneo von anderen PIM-Systemanbietern? Mit anderen Worten: Was ist Akeneos Alleinstellungsmerkmal?
Tobias Schlotter: “Das ist relativ einfach zu beantworten. Zum einem sind wir Open Source – mit dem bereits erwähnten Vorteil der Skalierbarkeit. Und die ist nicht nur versprochen – sie ist Teil unserer Produkte - DENN: kein Kunde, kein Produktkatalog ist zu groß oder zu klein. Was die Usability angeht, heben wir uns deutlich von anderen Systemen ab. Die Menschen freuen sich, mit Akeneo PIM zu arbeiten! Dazu kommt die Flexibilität für die Nutzer: Sie können beispielsweise selbst weitere Attribute anlegen, was viele andere Systeme nicht erlauben. Außerdem ist Akeneo “best of breed”. Das heißt, wir machen ausschließlich PIM-Systeme und das machen wir auch richtig gut. Wir sind State of the Art. Dadurch, dass wir so eine große Community und so ein tolles Partnernetzwerk haben, wissen wir immer, was der Bedarf ist in den Unternehmen und können entsprechend schnell unsere Software nach vorne bringen. Ein weiteres Stichwort ist Unlimited Users. Das ist ein ganz großer Wettbewerbsvorteil, den wir gegenüber anderen Closed Source PIM-Systemen haben. Die Lizenzmodelle vieler Systeme basieren auf Nutzerlizenzen. Mit unserem Lizenzmodell haben wir da ein vergleichsweise extrem attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Noch zu erwähnen ist die Wahl, die man hat zwischen der kostenlosen und der kostenpflichtigen Version. Letztere gibt es neben der On Premise Variante, auch in der Cloud, als PAAS oder als SAAS. Somit haben wir für jeden Kunden eigentlich das richtige Paket.”
Trilix: Und zum Abschluss: auf welche Neuerungen können sich Akeneo User und Kunden in der nahen Zukunft freuen?
Tobias Schlotter: “Auf eine noch weiter verbesserte Usability. Obwohl sie heute schon einzigartig ist, werden wir sie in Zukunft noch besser machen. Sie können sich freuen auf eine noch bessere Konnektivität, auf noch mehr Features, die den Alltag erleichtern und natürlich auch auf unsere SAAS-Lösung - den Serenity-Mode unseres PIMs.”
Trilix: Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg!